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Was Sie über den Kauf eines Luftreinigers wissen sollten

Filter und Wartung

Grundsätzlich kann man Luftreiniger in zwei Kategorien einteilen: in Luftreiniger mit Filtern und Luftreiniger ohne Filter. Letztere unterteilen sich dann wiederum in Luftwäscher und Ionisatoren. Im folgenden Artikel erklären wir, welche Typen warum zum Einsatz kommen und werfen zum Abschluss noch einen Blick auf Luftreiniger auf Wasserbasis.

Filtersysteme und Filtergrößen

Es gibt mehrere Arten von Filtern. Bei fast allen Geräten kommt ein so genannter HEPA-Filter zum Einsatz, wobei HEPA für High Efficiency Particulate Air Filter steht, also hocheffizienter Partikelfilter.

Ein solcher HEPA-Filter erinnert an eine Art „Matte“; er ist sehr engmaschig und kann Teilchen bis zu einer Größe von etwa 0,1 Mikrometer (das sind 1/10.000 Millimeter) herausfiltern.

HEPA-Filter, Aufbau

HEPA-Filter, Aufbau

Die meisten Luftreiniger integrieren neben dem HEPA-Filter noch weitere Systeme.

So findet man beispielsweise häufig Aktivkohlefilter; Solche Filter haben vor allem reinigende Wirkung; es werden Schadstoffe wie aus der Luft gefiltert, aber auch Zigarettenqualm zurückgehalten. Aktivkohlefilter sind nicht nur in Luftreinigern beliebt; diese werden unter anderem auch in Gasmasken oder Dunstabzugshauben eingesetzt.

TiO2-Filter, das sind Titanium-Oxid-Filter, haben im Prinzip den gleichen Effekt wie die übrigen Filter – sie filtern Gerüche und Giftstoffe aus der Raumluft. Zusätzlich wirken sie aber noch antibakteriell sowie gegen Viren und Pilze.

Daneben gibt es noch Spezialfilter, die man bei einigen Herstellern wie Coway auch individuell konfigurieren kann. So lässt sich etwa ein „Influenza“-Virenfilter zur Grippesaison einbauen, der dann die entsprechenden Grippeviren zurückhalten soll. Weitere Anwendungsgebiete für Spezialfilter sind Fremdkörper, die kleiner sind als 0,1 Mikrometer und von den normalen Filtern nicht erfasst werden können.

Den erwähnten Filtern wird manchmal noch ein Vorfilter vorgeschaltet. Dieser sorgt dafür, dass größere Partikel gleich zu Beginn der Filterkette zurückgehalten werden und die folgenden, empfindlicheren Filter nicht verstopfen. Dies verlängert zudem die Lebensdauer der anderen Filter. Der Vorfilter wird bei einigen Geräte noch durch einen Mittelfilter ergänzt.

Welche Filter zum Einsatz kommen, hängt von der Design-Philosophie des Herstellers, der Geräteklasse und natürlich dem Marktsegment des Luftreinigers ab. Extrem leistungsfähige Filter gibt es meist nur bei Profigeräten, die für industrielle Anlagen gedacht sind.

Filterwartung

Für die Auswahl eines geeigneten Luftreinigers sollten Sie wissen, welche Typen in Ihrem Wunschgerät verwendet werden und wie oft diese gewechselt werden müssen. Übliche Wartungszyklen liegen bei ungefähr neun Monaten. Wenn Ihr Reiniger Filterwechsel von unter sechs Monaten vorsieht, sollten Sie davon Abstand nehmen.

Wann der Filter voll ist, zeigt dieser übrigens in der Regel selbst an; eine Verfärbung signalisiert den Grad der Verschmutzung. Die Farbe eines vollen Filters ist je nach Modell und Einsatzort meist gelblich bis bräunlich.

Wichtig ist es natürlich auch, passenden Ersatz zu bekommen. Meist – aber nicht immer – kann man die Ersatzfilter beim Hersteller nachordern. Ersatzfilter kosten in der Regel zwischen 10 und 30 Euro. Manche Filter wie den Vorfilter kann man auch selbst waschen.

Geräte ohne Filter

Nicht alle Luftreiniger arbeiten nach dem Filterprinzip. Manche Geräte nutzen Wasser zur Reinigung der Raumluft; man spricht dann auch von Luftwäschern.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Man spart sich den Filterwechsel, muss sich nicht um die Reinigung kümmern und spart am Ende bares Geld. Der Nachteil: Luftwäscher arbeiten nicht so „genau“, das heißt, sie können nur gröbere Partikel aus der Luft entfernen.

Hersteller Venta zum Beispiel setzt auf filterlose Luftreiniger; die Geräte können Partikel bis zu einer Größe von 10 Mikrometern ausfiltern. Das reicht für nahezu alle Pollen. Kleinere Partikel aber, wie sie zum Beispiel im Tabakrauch vorkommen, rutschen hindurch. Eine Übersicht der Partikelgrößen zeigt die folgende Übersicht. Die obere Skala gibt die Partikelgrößen in Mikrometer an, Pollen sind 10 bis 100 Mikrometer groß.

Partikel und Filtergrößen
Partikel und Filtergrößen [By Jisaac9 (Own work) CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons], Soot=Ruß

Man sieht, dass nicht alle Partikel aus der Raumluft gefiltert werden können. Dafür bieten die Luftwäscher eine Funktion, die vielen anderen Luftreinigern fehlt: Sie befeuchten gleichzeitig die Luft.

Die einzige Wartungsarbeit, die anfällt, ist der Tausch bzw. das Auffüllen des Wassers. Je nach Nutzung fällt diese Arbeit alle 10 bis 14 Tage an. Außerdem sollte das Gerät hin und wieder komplett gereinigt werden.

Dennoch geht es auch bei Luftwäschern nicht ganz ohne (teures) Zubehör; damit der Luftwäscher seine Reinigungsfunktion auch wirklich beibehält, müssen je nach Hersteller unterschiedliche Zusätze (meist Reinigungsmittel und Entkalker) ins Wasser gegeben werden. Andererseits wäre das Wasser ein Nährboden für Pilze und Bakterien, was den Effekt des Reinigers ins Gegenteil verkehren würde. Auch Duftzusätze können erworben werden.

Schließlich sei noch auf eine besondere Form der filterlosen Luftreiniger hingewiesen: Der Hersteller Barnickel bietet Luftreiniger an, die mit Öl statt Wasser arbeiten. Damit sollen nach Angaben des Herstellers Schadstoffe deutlich besser ausgefiltert werden als mit wasserbasierten Geräten. Der Hersteller macht allerdings keine Angaben über die minimale Partikelgröße, die herausgefiltert werden kann. Dennoch ist die Technik eine interessante und nicht allzu teure Alternative zu den Wasser-Reinigern.

 

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